FEK ehrt Karel Fürst Schwarzenberg und Dr. Bernd Posselt

Geschichte und Gegenwart Europas aus erster Hand

1. Oktober 2019

Die Spannung steigt: Honorarkonsul Hans-Peter Schmidt, Karel Fürst Schwarzenberg und Dr. h.c. Bernd Posselt (vorne von links) sowie Landtagsvizepräsident Karl Freller, PD Dr. Wolfgang Otto und Dr. Gerhard Krüger (hinten von links) beobachten gespannt, wie Bürgermeister Harald Hübner und Landrat Klaus Peter Söllner die Sandsteinmedaillons von Bildhauer Albrecht Volk enthüllen. | Foto: Thomas Weiss Die Spannung steigt: Honorarkonsul Hans-Peter Schmidt, Karel Fürst Schwarzenberg und Dr. h.c. Bernd Posselt (vorne von links) sowie Landtagsvizepräsident Karl Freller, PD Dr. Wolfgang Otto und Dr. Gerhard Krüger (hinten von links) beobachten gespannt, wie Bürgermeister Harald Hübner und Landrat Klaus Peter Söllner die Sandsteinmedaillons von Bildhauer Albrecht Volk enthüllen. | Foto: Thomas Weiss Die Spannung steigt: Honorarkonsul Hans-Peter Schmidt, Karel Fürst Schwarzenberg und Dr. h.c. Bernd Posselt (vorne von links) sowie Landtagsvizepräsident Karl Freller, PD Dr. Wolfgang Otto und Dr. Gerhard Krüger (hinten von links) beobachten gespannt, wie Bürgermeister Harald Hübner und Landrat Klaus Peter Söllner die Sandsteinmedaillons von Bildhauer Albrecht Volk enthüllen. | Foto: Thomas Weiss

Die Spannung steigt: Honorarkonsul Hans-Peter Schmidt, Karel Fürst Schwarzenberg und Dr. h.c. Bernd Posselt (vorne von links) sowie Landtagsvizepräsident Karl Freller, PD Dr. Wolfgang Otto und Dr. Gerhard Krüger (hinten von links) beobachten gespannt, wie Bürgermeister Harald Hübner und Landrat Klaus Peter Söllner die Sandsteinmedaillons von Bildhauer Albrecht Volk enthüllen.




Bei den 10. Neudrossenfelder Europatagen im Mai dieses Jahres waren neben Dr. Thomas Zwiefelhofer, ehemaliger Minister und Honorarkonsul aus dem Fürstentum Liechtenstein, noch zwei weitere Preisträger vorgesehen, aber kurzfristig verhindert: Karel Fürst Schwarzenberg, ehemaliger Außenminister der Tschechischen Republik, und Dr. h.c. Bernd Posselt, langjähriger Abgeordneter des Europaparlaments, Präsident der Paneuropa-Union Deutschland und nicht zuletzt Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Am vergangenen Sonntag standen nun beide Laureaten im Rampenlicht, als im Rahmen einer kleinen Nachfeier im Neudrossenfelder Schloß dem Fürsten die FEK-Europamedaille Kaiser Karl IV. und Dr. Posselt der FEK-Freiheitsring überreicht wurden.

Bis es aber soweit war, durften die zwei Ausgezeichneten im Skulpturengarten am Schloßplatz ihre vom Bamberger Künstler Albrecht Volk in Sandstein gehauenen Konterfeis bewundern, die im Beisein der Ehrengäste enthüllt wurden. Beim anschließenden Festakt im Gontard-Saal wurden die Verdienste der beiden großen Europäer gewürdigt. Laudator Karl Freller, Erster Vizepräsident des Bayerischen Landtags, nannte den tschechischen Staatsmann einen Vordenker, der sich immer dafür eingesetzt habe, „daß Europa wieder wesentlich wird“. Schwarzenberg habe die Idee Europa bei der Wahrung der Menschenrechte, bei der Unterstützung von Dissidenten in Osteuropa und im Helsinki-Komitee stets unterstützt. Standfestigkeit in seinen Überzeugungen kennzeichne diesen Weg. „Sie waren und sind Europäer im besten Sinne des Wortes, einer, der die Kultur vieler europäischer Länder in seiner Persönlichkeit vereint“.

Blick in den Gontard-Saal des Neudrossenfelder Schlosses mit Ehrengästen. | Foto: Thomas Weiss

Blick in den Gontard-Saal des Neudrossenfelder Schlosses mit Ehrengästen.




Fürst Schwarzenberg: ein Staatsmann, der immer auch an die «Basis» denkt

Als zweisprachig Aufgewachsener sei der Fürst immer offen gewesen für andere Ideen, Konzepte und Formen der Kommunikation. „Menschen wie Sie, die Verantwortung dafür spüren, was im Interesse eines vereinten Europas zu tun ist, braucht das Land“. Daß sich Deutschland und Tschechien heute so verbunden seien, habe man u.a. Karel Fürst Schwarzenberg zu verdanken, der in seinen Dankesworten dazu aufrief, „dafür zu kämpfen, daß Europa ein prosperierender Kontinent bleibt, der sich gegen die Großmächte USA, Russland, China und Indien behauptet.“ Es dürfe nicht an Bedeutung verlieren, sonst werde es wie einst Großvenedig enden, „das jetzt nur noch eine weltbekannte Tourismusstadt ist. Wenn wir nachlassen, uns für die Ideale Europas einzusetzen, wird es in der Versenkung verschwinden“. Und einen Rat gab der Geehrte noch mit auf den Weg: „Es ist wichtig, den europäischen Gedanken den eigenen Landsleuten zu vermitteln, die Basis muß mit im Boot sein“.

Der Erste Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Karl Freller (oben), hielt die Laudationes auf Karel Fürst Schwarzenberg (mitte) und Dr. h.c. Bernd Posselt (unten). | Foto: Thomas Weiss Der Erste Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Karl Freller (oben), hielt die Laudationes auf Karel Fürst Schwarzenberg (mitte) und Dr. h.c. Bernd Posselt (unten). | Foto: Thomas Weiss Der Erste Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Karl Freller (oben), hielt die Laudationes auf Karel Fürst Schwarzenberg (mitte) und Dr. h.c. Bernd Posselt (unten). | Foto: Thomas Weiss

Der Erste Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Karl Freller (li.), hielt die Laudationes auf Karel Fürst Schwarzenberg (mi.) und Dr. h.c. Bernd Posselt (re.).




Mit Bernd Posselt bekam anschließend ein Mann den FEK-Freiheitsring, der, so Karl Freller, nicht nur eine Vielzahl europäischer Sprachen fließend spreche, sondern dessen Leidenschaft ein freies, friedliches und demokratisches Europa sei, das weder Konzernen, noch Lobbies oder engstirnigen Nationalstaaten gehöre. „Das ist Dein Leben, Deine Mission“, sagte der Laudator unter dem Beifall der Festgemeinde. Der bis 2014 für 20 Jahre als Abgeordneter im Europaparlament tätige Posselt leitet seit 1998 die Paneuropa-Union Deutschland, dessen Bundesgeschäftsführer Johannes Kijas den Laureaten nach Oberfranken begleitet hatte, und war, wie bereits FEK-Vorstandsvorsitzender PD Dr. Wolfgang Otto bei seiner Begrüßung unterstrich, Mitorganisator des paneuropäischen Picknicks an der österreichisch-ungarischen Grenze im Sommer 1989. Als Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft sei er zudem die treibende Kraft der Aussöhnung zwischen Tschechen und Deutschen. Bernd Posselt wisse aber auch, daß Populisten, Nationalisten und Extremisten das gemeinsame Europa zerlegen wollen, so Karl Freller. Das treibe ihn um und dagegen war und ist Dr. Posselt stets ein machtvoller Streiter gewesen. Daher sei es Posselts Ziel, weiterhin als überzeugter und überzeugender Vertreter einer freiheitlichen europäischen Welt zu wirken.

Sprachen bei der Feierstunde im Neudrossenfelder Schloß Grußworte: FEK-Vorstandsvorsitzender PD Dr. Wolfgang Otto, Bürgermeister Harald Hübner und Landrat Klaus Peter Söllner. | Foto: Thomas Weiss Sprachen bei der Feierstunde im Neudrossenfelder Schloß Grußworte: FEK-Vorstandsvorsitzender PD Dr. Wolfgang Otto, Bürgermeister Harald Hübner und Landrat Klaus Peter Söllner. | Foto: Thomas Weiss Sprachen bei der Feierstunde im Neudrossenfelder Schloß Grußworte: FEK-Vorstandsvorsitzender PD Dr. Wolfgang Otto, Bürgermeister Harald Hübner und Landrat Klaus Peter Söllner. | Foto: Thomas Weiss

Sprachen bei der Feierstunde im Neudrossenfelder Schloß Grußworte: (von links nach rechts)
FEK-Vorstandsvorsitzender PD Dr. Wolfgang Otto, Bürgermeister Harald Hübner und Landrat Klaus Peter Söllner.




Dr. Posselt: „Europäische Einigung von Generation zu Generation neu erarbeiten“

Dankbar über die Ehrung äußerte er sich, den goldenen FEK-Freiheitsring am Finger: „Ich erinnere mich im Moment daran, daß ich vor genau 30 Jahren durch den Eisernen Vorhang gefahren bin, um in Prag vor den Freiheitskämpfern in der von den Kommunisten verbotenen Untergrund-Universität zu sprechen. Deshalb war ich am nächsten Tag Zeitzeuge der Ausreise der in die Deutsche Botschaft in Prag geflohenen DDR-Bürger. Europäische Einigung, Friede und Freiheit sind nicht selbstverständlich, sondern müssen Generation für Generation neu erarbeitet werden. Deshalb ist das Gespräch mit der Jugend unerlässlich“.

FEK-Präsident Dr. Gerhard Krüger überreicht Karel Fürst Schwarzenberg die Ehrenurkunde zur Verleihung der Europamedaille Kaiser Karl IV., Laudator Karl Freller und FEK-Vorstandsvorsitzender PD Dr. Wolfgang Otto bewundern den vergoldeten FEK-Freiheitsring am Finger des neuen Preisträgers Dr. h.c. Bernd Posselt. | Foto: Thomas Weiss

FEK-Präsident Dr. Gerhard Krüger überreicht Karel Fürst Schwarzenberg die Ehrenurkunde zur Verleihung der Europamedaille Kaiser Karl IV.


FEK-Präsident Dr. Gerhard Krüger überreicht Karel Fürst Schwarzenberg die Ehrenurkunde zur Verleihung der Europamedaille Kaiser Karl IV., Laudator Karl Freller und FEK-Vorstandsvorsitzender PD Dr. Wolfgang Otto bewundern den vergoldeten FEK-Freiheitsring am Finger des neuen Preisträgers Dr. h.c. Bernd Posselt. | Foto: Thomas Weiss

Laudator Karl Freller und FEK-Vorstandsvorsitzender PD Dr. Wolfgang Otto bewundern den vergoldeten FEK-Freiheitsring am Finger des neuen Preis­trägers Dr. h.c. Bernd Posselt.




Am Vorabend war Bernd Posselt noch bei der Enthüllung einer Gedenkstätte für die wunderbaren Septembertage im Prag des Jahres 1989 mit dem damaligen Kanzleramtsminister Dr. h.c. Rudolf Seiters zugegen, deren Auswirkungen den Fall der Mauer zur Folge hatte (Karl Freller: „Bernd Posselt war an diesem Mauerfall maßgeblich beteiligt!“). Mit dem politischen Protagonisten der damaligen Tage in Prag, Außenminister Dr. Hans-Dietrich Genscher, verbindet Posselt nun auch die Tatsache, ebenfalls Laureat der FEK geworden zu sein. Dr. Genscher hatte 2005 die FEK-Europamedaille Kaiser Karl IV. an gleicher Stelle entgegengenommen. Der FEK-Vorstandsvorsitzende PD Dr. Otto hatte daran ebenso erinnert wie an die gleichfalls bereits heimgegangenen Laureaten Dr. Otto von Habsburg, politischer Ziehvater Posselts, sowie Gyula Horn und übermittelte die besten Grüße der Past-Laureaten Dr. Günther Beckstein, Dr. Ingo Friedrich und Dr. Theo Waigel. Anwesend war der Europamedaillen-Träger von 2013, Gerhard Danzl.

Die Laureaten Dr. h.c. Bernd Posselt mit dem FEK-Freiheitsring und Karel Fürst Schwarzenberg mit der FEK-Europamedaille Kaiser Karl IV. (vorne sitzend). Dahinter freuen sich Bürgermeister Harald Hübner, Laudator Landtagsvizepräsident Karl Freller, Landrat Klaus Peter Söllner, Konsul Hans-Peter Schmidt, FEK-Vorstandsvorsitzender PD Dr. Wolfgang Otto und FEK-Präsident Dr. Gerhard Krüger (von links) mit den jüngsten Preisträgern. | Foto: Thomas Weiss

Die Laureaten Dr. h.c. Bernd Posselt mit dem FEK-Freiheitsring und Karel Fürst Schwarzenberg mit der FEK-Europa­me­daille Kaiser Karl IV. (vorne sitzend). Dahinter freuen sich Bürgermeister Harald Hübner, Laudator Landtagsvizepräsident Karl Freller, Landrat Klaus Peter Söllner, Konsul Hans-Peter Schmidt, FEK-Vorstandsvorsitzender PD Dr. Wolfgang Otto und FEK-Präsident Dr. Gerhard Krüger (von links) mit den jüngsten Preisträgern.

Fotos: Thomas Weiss




Landrat Söllner: „Europäische Idee als Vermächtnis der Gründerväter pflegen“

Nach den Ehrungen durch FEK-Präsident Dr. Gerhard Krüger und PD Dr. Otto sowie Laudator Staatssekretär a.D. Karl Freller, Bürgermeister Harald Hübner und Landrat Klaus Peter Söllner, flankiert vom großen Europatage-Förderer Honorarkonsul Hans-Peter Schmidt aus Nürnberg, klang die Feierstunde mit dem traditionellen Eintrag der Laureaten in das Goldene Buch der Gemeinde Neudrossenfeld und ins Gästebuch des Landkreises Kulmbach aus. Beim anschließenden Mittagsmenü setzte sich die anregende Stimmung in vielen guten Gesprächen über die Zukunft Europas fort. Dabei freuten sich FEK-Präsident Dr. Krüger und sein Vorstandsvorsitzender unisono darüber, „daß der europäische Gedanke durch die Neudrossenfelder Europatage weiter getragen werden kann.“ Diese Veranstaltung, die die FEK unter ihrem inzwischen verstorbenen Gründungsvorsitzenden Peter Verbata, zusammen mit Neudrossenfelds Altbürgermeister Dieter Schaar, Kulmbachs Landrat Klaus Peter Söllner und dem Ressortleiter der IHK Oberfranken Bayreuth, Dr. Hans Kolb, vor bald 20 Jahren ins Leben rief, habe sich fest etabliert. Für Kulmbachs Landrat Klaus Peter Söllner ist es nötig, „die europäische Idee ständig zu pflegen als Vermächtnis der Gründerväter. Ich habe den Eindruck, daß das gemeinsam Aufgebaute nicht mehr so wertgeschätzt wird, daher müssen wir für ein Europa über die Kleinstaaterei hinaus werben“. Und Bürgermeister Harald Hübner wies darauf hin, daß Europa nicht nur in den Köpfen der Eliten kultiviert werden solle, sondern vom Bürger gelebt und erfahren werden müsse. Die Gemeinde sei gerne Gastgeber für die Europatage, „und das zeigt unsere Weltoffenheit“.

Von unserem Kollegiumsmitglied Horst Wunner
und dem Vorsitzenden der EUROjournal-Chefredaktion PD Dr. Wolfgang Otto

Hinweis: Ausführliche Bildergalerien finden sie [ »hier ] von Egon Lippert, und [ »hier ] von Thomas Weiss.



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