In memoriam Senator h.c. Peter Verbata

Nachrufe von Brückenbauern aus Bayern und Böhmen

14. August 2018

Der Tod unseres FEK-Ehrenvorsitzenden und Leiters der EUROjournal pro management Chefredaktion, Senator h.c. Peter Verbata, hat in den vergangenen Tagen zu einer Vielzahl von Reaktionen geführt. Neben der echten Betroffenheit und der immer wieder zum Ausdruck kommenden Trauer über den Verlust eines guten Freundes und vorbildlichen Europäers stellen die Kondolenzschreiben vor allem die Lebensleistung des Gründers unserer Fördergesellschaft für europäische Kommunikation e.V. heraus.

Heute wollen wir den Leserinnen und Lesern des EUROjournal pro management die sehr perönlich gehaltenen Nachrufe zweier langjähriger Wegbegleiter präsentieren, die ein besonderes Herzensanliegen Peter Verbatas in den Mittelpunkt treten lassen: die deutsch-tschechische Verständigung. Senator h.c. Peter Verbata wurde im Januar 1942 im vom nationalsozialistischen Deutschland besetzten Prag geboren und die Auswirkungen der Zeitläufte haben sein ganzes Leben nachhaltig geprägt. Die Familie mit deutschen und tschechischen, eben böhmischen Wurzeln, war in der nach 1945 wieder erstandenen Tschechoslowakischen Republik geblieben, Peter lebte hier die ersten 27 Jahre seines Lebens und diente dort trotz mancher durch seine teils aristokratische Herkunft in Kauf zu nehmender Nachteile auch in der Armee, absolvierte ein journalistisches und politologisches Studium und machte erste Berufserfahrungen als Kameramann bei der Československá televize. In dieser Zeit lernte er bereits PhDr. Milan Syruček kennen, einen noch heute in der Tschechischen Republik bekannten Journalisten und Autor zahlreicher zeitgeschichtlicher Werke. Milan Syruček, seit langem Autor des EUROjournals und seit 2016 Mitglied der Chefredaktion, hat darum gebeten, seine persönlichen Erinnerungen an Peter Verbata in tschechischer Originalversion zu veröffentlichen.

Nach dem Scheitern des Prager Frühlings wanderte Peter Verbata in die Bundesrepublik aus und setzte seine journalistische Tätigkeit in seiner neuen Heimat Nürnberg fort. Die Akklimatisierung in dieser alten Kaiserstadt fiel Peter leicht, war diese doch – wie er einmal sagte – „wie Prag die Stadt Kaiser Karls IV.“ Hier kommt unser zweiter Kondolent ins Spiel, Dr. h.c. Bernd Posselt, Bundessprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe und Präsident der Paneuropa-Union Deutschland e.V., der die visionäre Kraft des hochmittelalterlichen Herrschers genauso schätzt, wie es Peter stets tat, was nicht zuletzt auch zur Entstehung der FEK-Europamedaille Kaiser Karl IV. im Jahr 2001 führte. Eine Auszeichnung, die unsere Fördergesellschaft für Europäische Kommunikation seither im zweijährigen Turnus an inzwischen 18 Persönlichkeiten aus Politik, Diplomatie und Wissenschaft, die sich in besonderem Maße für die Europäische Verständigung eingesetzt haben, verliehen hat. Einer von diesen hochrangigen Persönlichkeiten war u.a. S.k.k.H. Dr. Otto von Habsburg, ehemals Präsident der Internationalen Paneuropa-Union, dem sich sowohl Peter Verbata sehr nah fühlte, als auch in besonderer Weise Dr. h.c. Bernd Posselt, der in den frühen Jahren des Europäischen Parlaments Otto von Habsburgs persönlicher Referent und Sprecher gewesen war, ehe er von 1994 bis 2014 selbst Mitglied des Europäischen Parlaments war. Viele Querverbindungen und Anekdoten wären noch zu erzählen, doch lassen wir die beiden mit Peter Verbata freundschaftlich verbundenen Wegbegleiter selbst zu Wort kommen.

-wo-


Die Verleihung der FEK-Europamedaille Kaiser Karl IV. an Dr. Otto von Habsburg im Jahr 2005 war dem damaligen geschäftsf. Vorstandsvorsitzenden Peter Verbata eine besondere Ehre und Freude. | Foto: Erich Zwick

Die Verleihung der FEK-Europamedaille Kaiser Karl IV. an Dr. Otto
von Habsburg im Jahr 2005 war dem damaligen gf. Vorstandsvorsitzen-
den Peter Verbata eine besondere Ehre und Freude.

Foto: Erich Zwick

Senator h.c. Peter Verbata in angeregter Diskussion mit PhDr. Milan Syruček. Ein Schnappschuß während der EUROjournal-Redeaktionskonferenz 2015. | Foto: Thomas Weiss

Senator h.c. Peter Verbata mit PhDr. Milan Syručekin in angeregter
Diskussion. Ein Schnappschuß während der EUROjournal-
Redeaktionskonferenz 2015.

Foto: Thomas Weiss



Paneuropa-Union Deutschland e.V.


„Peter Verbata war ein Unternehmer im eigentlichen Sinn des Wortes – denn er unternahm ständig etwas, und zwar zum Wohl der gemeinsamen Sache. Er war ein erfolgreicher Organisator, ein tüchtiger Publizist, ein hervorragender Journalist, ein tiefgründiger Analytiker, ein großer Kenner von Kultur und Geschichte sowie ein echter böhmischer und europäischer Patriot. Seine Verbundenheit mit unserer Paneuropa-Bewegung und mit der Sudetendeutschen Volksgruppe als dem Vierten Stamm Bayerns war tief und echt. In ihm lebte der völkerverbindende Geist der Heiligen Wenzelskrone und ihres wohl größten Trägers, Kaiser Karls IV..
Für uns alle wird er als maßgeblicher Gestalter der Verständigung, aber auch als erfreulicher Mensch und als guter Freund in Erinnerung bleiben.

Seinem Nachfolger und dessen Mitstreitern wünsche ich von Herzen, daß es ihnen gelingt, das Lebenswerk unseres Peter Verbata fortzusetzen, und rechne damit, daß auch unsere gute Verbindung im Kampf gegen Renationalisierung und Nationalismus weiterbesteht.“

Dr. h.c. Bernd Posselt, MdEP a.D., ist Bundessprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe und Präsident der Paneuropa-Union Deutschland e.V. | Foto: Thomas Weiss


Dr. h.c. Bernd Posselt, MdEP a.D.

Präsident der Paneuropa-Union Deutschland
Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe

Dr. h.c. Bernd Posselt, MdEP a.D.
auf dem 67. Sudetendeutschen Tag in Nürnberg.
Foto: Thomas Weiss



Přítel a bojovník
Věčné památce Petera Verbaty

Už si přesně nepamatuji, jak a kdy jsme se seznámili, kdy přeskočila ona jiskra, kdy se ze známosti stává přátelství. Jen jsem vždycky litoval, že jsme se nepoznali dříve, protože člověk má známých spoustu, ale přátel málo. Získal mě ke spolupráci s EUROjournalem, překládal moje články, které jsem mu posílal pro časopis, jezdil ochotně do Prahy, na akce, které jsem pořádal, ať už to byla diskusní fóra v Evropském domě, konference, nebo křty mých nových knížek. Je to zvláštní, ale byli jsme naladěni na stejné názorové vlně, oba zanícení Evropané.

Jak mi teď bude chybět! Už mi nezazvoní telefon s jeho milým, vždy přívětivým hlasem plným životního optimismu. Už ho neuvítám u našeho stolu spolu s jeho věrnou ženou Roswithou, která mu byla vždy oporou.

Těžko se s tím smiřuji. Ale jak se u nás říká: budiž mu zem lehkou.

Tak zase někdy na shledanou, Petře, v tom jiném světě, který snad je přívětivější, než tento náš vezdejší.

Ein nachdenklicher PhDr. Milan Syruček bei der jüngsten Redaktionskonferenz des EUROjournal pro management in Františkovy Lázně/Franzensbad | Foto: Thomas Weiss


PhDr. Milan Syruček

Mitglied der Chefredaktion
EUROjournal pro management

Ein nachdenklicher PhDr. Milan Syruček
bei der jüngsten Redaktionskonferenz des EUROjournal pro management
in Františkovy Lázně/Franzensbad
Foto: Thomas Weiss




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